Filmenthusiasmus – Möglichkeiten von Heute – Die Zukunft und mein Fazit – Teil 4/4

Nach langen Recherchen und austesten von Lovefilm und Maxdome, weiß ich nur eins: Der Markt ist momentan sehr unüberschaubar geworden und Vergleiche gibt es kaum welche. Viele Standards herrschen außerdem auf dem Markt und niemand kann sich momentan einigen. Was ich aber für möglich halte und was meine Meinung zu all dem ist erfahrt ihr in diesem Artikel.

8. Zukuntsvisionen

Wer Wert auf Qualität legt, holt sich eine BluRay, wer viele Filme schaut eventuell ein VoD-Abo, wer beides gleichzeitig tun möchte ist aufgeschmissen. Es ist ernüchternd, dass es zwar Leitungen gibt, die genügend Bandbreite hätten um eine BluRay ohne Abstriche zu streamen, aber selbst langsamere Internetanbindungen wären für die Leute kein großes Problem. Zumindest wenn man sich die Downloadzahlen von Pirateriewebseiten anschaut sind auch Datenintensive BluRay-Rips, die in fast unkomprimierter Form angeboten werden durchaus beliebt. Warum aber keine Firma auf diesen Zug aufspringt ist mir ein Rätsel. Ein weites Rätsel ist es wieso man für eine Downloadversion eines Films, den gleichen (wenn nicht manchmal mehr) Preis zahlen muss wie die Discbasierte, obwohl DVDs und BluRays unter anderem mit Extras noch zusätzlich gespickt sind und Verpackung und Lieferung beim Download entfällt.

Würde man nachvollziehbare Preise und qualitativ Gleichwertiges Material wie bspw. der einer BluRay anbieten, könnte ich mir gut vorstellen, dass in unserer Internetwelt viele Menschen auf Downloadtitel umsteigen würden. Wie man es zum Teil richtig macht zeigt die Spieleindustrie und in diesem Segment vor allem Valve mit ihrer Plattform Steam. Manche würden jetzt sagen,  ja eine Disc kostet weniger wie eine Festplatte, dann würde ich momentan sagen bei SSDs diese Aussage stimmen könnte, aber wer sich 2TB holt kommt definitiv günstiger Weg als mit einer BluRay. Doch in Zukunft würde selbst diese Kapazität nicht so eine große Rolle spielen, da Leitungen immer schneller werden und die Zukunft sich immer mehr in eine von Cloud und Internetbasierten Welt hinbewegt. Das zeigt vor allem Netflix in den USA, was für einen Durschlagenden Erfolg durch Videostreaming haben kann.

2012 NETFLIX gegen klassische Kabel Fernseheranbieter in Amerika. Videostreaming übers Internet ist stark im Kommen. Gerüchte besagen, dass Netflix sich es momentan überlegt auch nach Deutschland zu expandieren. Neben dem Ankauf von Inhalten besitzt Netflix auch einige Eigenproduktionen wie unter anderem die Serie „House of Cards“.

Doch bevor hochwertige Inhalte angeboten werden, sollte man sich aber die Problematik von HFR, 4k und 3D ansehen. 3D war bis vor kurzen ein Hype der aber genauso schnell verschwunden ist, wie er gekommen ist. Die Problematik liegt vor allem an der Brille und an der Ungewohntheit, dass Bilder 3-Dimensional gesehen werden. Ich sehe hier Entwicklungspotenzial und das sogar in ziemlich naher Zukunft. Sony zeigte mit einem All-in-One PC und der Nintendo 3DS im Handheld-Segement 3D ohne Brille. Leider haben beide die selbe Problematik: Die starke Winkelabhängigkeit und der Nintendo 3DS außerdem mit einem kleinem Display. Der Sony Vaio L kompensierte einen Teil der starken Winkelabhängigkeit mittels Headtracking, jedoch ist Headtracking auch noch nicht ganz ausgereift und nicht selten schaut man einen Film mit mehreren Leuten an, was Headtracking unbrauchbar macht. Jedoch werden bereits teilweise „Holographische Displays“ vorgestellt, die auch relativ gut aussehen, aber noch nicht für Filme entwickelt werden. Falls diese Holographische Branche einen kommerziellen Durchbruch gelingt, könnte ich mir gut ein Fernsehr mit H3D (H3D = Holographic 3D von mir Selbsterdachte Abkürzung, die Durchaus vorstellbar ist) vorstellen.

4k und HFR dagegen kämpfen um ihre Akzeptanz, nicht nur da die Konsumenten momentan verunsichert werden durch abermaliges Ändern der Standards, was auch die Kaufentscheidungen vieler beschränkt, aber auch die Gewohnheit jener. Als Beispiel eignet sich die Videospielewelt, die in mancher Hinsicht durchaus weiter ist als die Video-/Filmbranche. Hier spielt man bei bestimmten Titeln bereits seit längeren mit Auflösungen jenseits der 1080p. Auch was Sachen Framrates angeht, so sind die meisten Zocker erst ab rund 60 FPS zufrieden. In der Spielewelt ist man sich einig dass jedoch 120 FPS erst ein rundes Gefühl abgeben. Die Filme jedoch werden bis heute noch in lächerlichen 24 Bilder die Sekunde, was in der Regel gleichzusetzen ist mit 24FPS. Der erste Film der aber mit 48FPS gedreht wurde war „Der Hobbit“. Jedoch sind die aktuellen BluRay Standards nicht für HFR ausgelegt und man bekommt die vollen 48FPS nur im Kino zu sehen. Fernsehrgeräte die mit 100, 200, etc Hz werben, sind hierbei nur Geräte die die Bilder hochrechnen und warum viele Leute von Videoähnlichen Bewegungen bei HFR und „Hochherzigen“-Geräten berichten, liegt einfach daran, dass einige Fernsehrsender und Camcorder seit längerem auf 60Hz laufen.

4k hat außerdem die Problematik, dass man sich uneinig ist welches 4k man nutzt. Nutzt man das 4k (was auch UltraHD oder 2160p genannt wird), was 4-mal 1080p (3840×2160 Pixel) entspricht oder das 4k von Sony (4096×2304 Pixel). Schließlich gibt es für das Sony 4k die Problematik, dass es vom aktuellen HDMI-Standard nicht unterstützt wird und man sollte deshalb achten, wenn man sich ein HDMI-Kabel zulegt auch 2160p unterstützt. Sonys 4k kann momentan lediglich nur über Displayport 1.2 verwendet werden. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass es in Zukunft auch 8k-Geräte geben könnte. Der japanische Fernsehsender NHK kündigte bereits an, dass sie eventuell 2016 mit 8k-Material an den Start gehen werden. Teilweise wurde aber auch bei den Olympischen Sommerspielen 2012 für die Public Viewing Monitore 8k Material gedreht. Ob man nicht auch noch weiter ins Extreme geht ist unklar, sollte man aber auch im klaren sein, dass UHD zum Teil nur bei großen Bildschirmen auf einen gewissen Abstand Sinn macht. 8k dagegen ist dagegen leicht übertrieben, da man bisher im Kino die Filme auf maximal 4k dreht. Was die Auflösung anbelangt sollte man abwägen, jedoch habe ich durch meine Recherche gemerkt, dass selbst gutes 1080p noch einen Langen weg vor sich hat weshalb man den Kauf von 4k- (oder sogar 8k-) Geräten lieber abwarten sollte.

9. Fazit

Nichtsdestotrotz leben wir im Hier und Jetzt und ich muss mit Ernüchterung feststellen, dass ich als Filmenthusiast (eigentlich ja Technikerenthusiast im Allgemeinen) auf einen Kompromiss mit meinen Geldbeutel eingehen muss, obwohl ich Qualität stark bevorzuge: Ich habe mir nun Lovefilm geholt, da ich da viele Inhalte fand die mir gefallen, vor allem will ich eventuell auf die Online Videothek umsteigen, da es doch ein paar Filme gibt, die ich mir anschaue und danach eigentlich nicht mehr. BluRays dagegen hole ich mir, wenn ich mir absolut sicher bin, dass ich den Film mag und ihn des öfteren noch sehen werde. Jedoch ist es schwer zu sagen, wie jeder einzelne empfindet. Diese Lösung kann ich Leuten empfehlen die „konkret“ Film- oder Fernsehen wollen. Die die sich aber überraschen lassen, für diese könnte eventuell ein Pay TV zum zappen oder ein VoD Dienst mit Charts interessant werden.

Wer 4k und HFR sehen will, geht am besten momentan ins Kino. Jedoch ist Kino ziemlich restriktiv was die Auswahl anbelangt und teuer. Mit der Zukunft der Fernsehgeräte könnte sich das aber ändern, weshalb das Kino noch mehr an Stellenwert verliert. Klassische Videotheken dagegen besuche ich persönlich nicht so oft. Ein genaue und allgemeine Meinung kann man dazu nicht abgeben, aber ich würde mehr oder weniger behaupten, dass Amazon/Lovefilm mit ihrem Online-Versand-Videothek abgesehen von spontanen Filmnächten durch ihre Preise und Auswahl dann auch Videotheken bald verstummen lassen.

Welcher Standard sich aber in Zukunft durchsetzen wird bleibt abzuwarten, persönlich finde ich wird sich aber alles spätestens mit 4k und dem „H3D“ einpendeln, dann müssen nur noch die Onlinedienste höherwertigeres Material liefern und die Preise für die Konsumenten müssen stimmen. Die Industrie wird noch einen langen Weg vor sich haben und laut den Nachrichten und Entwicklungen werde ich wahrscheinlich spätestens 2020 zu Frieden gestimmt, bis dahin muss ich wohl mit Kompromissen und dem Chaos der Standards leben (oder im schlimmsten Fall mit noch mehr Chaos -.- ).

P.s.: Viele Fragen sich, warum ich nichts über Kinos oder Videotheken geschrieben habe. Nun ja mehr oder weniger habe ich diese Punkte in den einzelnen Themen verschmelzen lassen, andererseits kennt jeder eine Videothek und/oder Kino um sich ein eigenes Bild zu machen. Im Endeffekt sehe ich in der Zukunft aber die Videotheken und Kinos in Gefahr und durch bessere und günstigere Entertainmentgeräte kann man mittlerweile zu Hause eine recht gute Anlage aufstellen. Was sein wird und was sich etabliert kann man nur abwarten, aber die Trends sind ziemlich gut erkennbar.

P.p.s.: Während der Weihnachtsferien bin ich auf einen neuen Interessanten Sender gestoßen, der sich den Trend „Second Screen“ zu eigen macht. Der Sender lautet JOIZ. Qualitativ eher so eine „Jugend-WG-Sender“ wo man über Chats, Social Media, etc. die Sendung mitgestalten kann. Persönlich fand ich es etwas langweilig, aber vielleicht ist ja dass die Zukunft die ein paar Sender einschlagen werden, vielleicht auch irgendwann mal Filme deren Ausgang von den Zuschauern beeinflusst wird. Wobei andererseits Spiele wie Heavy Rain oder Beyond: Two Souls solche „Entscheidungsfreiheiten“ bereits besitzen und die Frage ist in wie weit man sich doch eher stumpf von einem Film treiben lassen möchte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.