Retrorik – Die Kunst der klassischen Spiele

Als ich mal wieder vor dem PS3 Regal stand hörte ich mal wieder die kleineren Kinder über die Sega Megadrive Collection diskutieren. Es vielen die Argumente: schlechte Grafik, keine ordentliche Geschichte und was will man mit dem Mist ist doch voll verpixelt, also macht es doch keinen Spaß. Stillschweigend stand ich am Regal und schwelgte in Erinnerung wie ich damals zu Weihnachten eine Super Nintendo geschenkt bekommen hatte. Die Grafik ist verglichen mit heute unvergleichlich (schlecht), aber mehr brauchte man zum Spielen nicht.

Super Nintendo Entertainment System

Eine Europäische SNES.

Mein erstes Spiel war Super Mario World, das Standart Spiel dass es zu (fast) jeder Super Nintendo dazu gab. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich zwar noch kein Englisch, machte mir aber durch die Levels eine eigene Geschichte und als ich das Spiel spielte, so verstand ich grob allein durch die verpixelten Animationen, was die eigentliche Geschichte war. Abgesehen davon was es für einen Spaß gemacht hatte Tage und Nächte lang daran zu zocken und selbst wenn ich hin und wieder zum hundertsten Mal das selbe Level durchlief. Aber nicht nur bei Super Mario World, in jedem Spiel malte man sich die Welt, wie sie in Echt aussehen würde aus. Vor allem Herausfordernd, lange und spaßig waren diese Retrogames und ich gehöre wahrscheinlich schon zu der letzten Generation der noch eine SNES im Kinderzimmer hatte, denn bereits die N64 war zu meinem Zeitpunkt bereits weit verbreitet, als meine klassische SNES.

Retrorik – Die Kunst der klassischen Spiele

Mit jeder neuen Konsolengeneration werden die Spiele grafisch immer besser, realer und so spannend wie ein Kinostreifen. Doch werden viele aktuelle Spiele auch immer kürzer, einfacher und Unmotivierender beim nochmals Spielen. Selbst wenn es Ausnahmen gibt, wie es bspw. Demons Souls oder ein Fallout 3 bestätigt, so weiß jeder der bspw. bei Uncharted mal nicht weiterkam, nach ein paar Sekunden wird schon ein Hinweis kommen. Aber nicht ein Hinweis der dich der Lösung nur ein bisschen näher bringt, nein es kommt ein Hinweis, dass jeder Depp gleich auf die Lösung kommt.

Arcade – Die klassischen Spielautomaten Spiele

AZC-StarTrek

von AlexCharyna at en.wikipedia
[CC-BY-SA-3.0 , GFDL oder CC-BY-3.0 vom Wikimedia Commons]

Nur noch über Dokus und den raren Überresten vergangener Tage kennt man die sogenannten Spielhallen, wo man für „Mark und Pfennige“ spielen konnte. Die Spieler duellierten sich manchmal Tage- -lang um bei der High-Score Platz 1 zu sein. Vor allem waren die Arcade-Automaten geschickt entwickelt, nach dem man eine gewisse Anzahl gestorben ist, kann man weiterspielen, wenn man eine weitere Münze einwirft. Für das „Wiederbeleben“ belohnt der Spiel- -automat den Spieler mit weniger oder schwächeren Gegner. Nicht dass der Spieler es nicht geschafft hätte, vielmehr jedoch aber psychologisch bedingt wird dadurch dem Unterbewusstsein suggeriert besser geworden zu sein. Solche Spiele waren oft sehr schwer und selten wurden diese durchgespielt. Man wollte einfach nur, dass die Spieler daran verzweifeln und eine weitere Münze einwerfen. Doch nachdem ja Konsolen und Spiele immer billiger wurden und die Spielhallen damit immer Verhältnismäßig teurer. Dadurch verschwanden immer mehr von diesen Spielhallen von der Bildfläche und damit auch Spiele die darauf aus waren einfach nur schwer zu sein.

Warum für die meisten heutige große Titel schlechter erscheinen als damals:

Es gibt in der heutigen Spielelandschaft zwei große Punkte, warum Spiele qualitativ schlechter wirken:

  1. Die damaligen Entwickler von Spielen hatten damals noch aufgrund der Einfachheit nicht so viel Fehler suchen müssen und standen nicht so wie heute unter den ständigen Zeitdruck. Auch waren die Entwickler damals sehr begeistert von ihrer Arbeit und hatten die Zeit noch verschiedene Sachen zusätzlich zu programmieren, damit bspw. Leute die das Spiel gründlich spielen auch lustige Sachen wie Eastereggs finden.
  2. Durch die bessere Grafik hat man heute viele Möglichkeiten. Geht man den Weg ein Spiel realistische Grafik zu verpassen und eine Animation, Gestik, Texture, etc. sieht extrem unnatürlich aus, so kann das schon das Spiel kaputt machen.

Diese zwei Punkte erklären auch, warum Indiegames immer mehr im kommen sind und nur ganz wenige große Titel/Firmen, durchgängig überzeugen können. So nehme ich gerne oft Valve als Beispiel die eher Qualität als Quantität raushauen, so gut wie gar nicht findet man bei Valve einen schlechten Titel (Ja ich weiß es gibt Kritiker die es anderst sehen, aber hier liegt es deutlich am Spielgeschmack). Andererseits überzeugen Spiele wie GTA oder auch ein The Last of Us mit unterschiedlichen Faktoren: Bei einem ist es die Freiheit und die nie aufkommende Langeweile, beim anderen das gute Storytelling.

Wie sich die Spielelandschaft mit immer größer werdender mobilisierung und Free-To-Play-Angeboten weiterentwickelt ist noch ungewiss, zumal es durch einigen großen Franchises wie Deus Ex auf dem iPhone der Erfolg dennoch ausblieb. Ich sehe aber in der mobilen Branche nur Platz für kostenlose Gelegenheitsspiele und  Free-To-Play-Titel lassen mich (nicht nur im mobilen Markt) kalt, den was sich hinter den meisten Free-To-Play-Spielen befindet ist nicht selten ein Pay-To-Win Strategie oder eine grotten Schlechte Umsetzung eines Franchises. Da bleibe ich doch lieber bei einem guten alten Tetris, als dass ich mich aufgrund von unmotivierten Facebookspielfreunden oder durch sehr teure Investitionen zum weiterspielen „zwingen“ muss. Die guten alten Titel bleiben halt für ewig erhalten.

Retrorik eben.

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