Das begrenzte Internet – Datenvolumen führen in die falsche Richtung

Internetflatrates mit Inklusiv-Datenvolumen bei Internetanbindungen, sind bislang meist nur bei den mobilen Netzbetreibern verbreitet. Das nun aber die Telekom ihre normalen  Internetflatrates mit Datenvolumen verkaufen will, um den Datenboom der letzten Jahre zu entgehen ist jedoch nicht ganz verständlich. Experten wissen schon seit Jahren, dass das Datenaufkommen rapide ansteigen wird und eine Drosselung ist bei diesem Problem die falsche Lösung. Telekom hat zwar eine neue Methode Namens „DSL-Vectoring“ vorgestellt, jedoch ist ein VDSL-Anschluss Voraussetzung und bislang wurde es nur zu Testzwecken angewendet. Mehr Infos zum Thema DSL-Vectoring hier in einem Artikel von Netzwelt.de.

Bislang sind Datenvolumen nur im mobilen Netz irgendwo verständlich, da durch die Smartphone-Ära die Netze der Mobilfunkanbieter unerwartet stark angestiegen sind. Deswegen hat man erst seit kurzem mit dem Ausbau des mobilen Netzes begonnen. Beim normalen Festnetzanschluss jedoch war die Zukunft des rapide ansteigenden Datenverkehrs sehr deutlich. Trotz zahlreicher Prognosen, sowie den Erwartungen von HD-Videos und Smartphones konnten die meisten Kabel- und Stromnetzanbieter vorzeitig den erhöhten Datenaufkommen vorbeugen und so liefert aktuell unter anderem Kabel BW (bzw. Unity Media) größtenteils Flächendeckend und meistens auch in abgelegeneren Dörfern und Stadtgebieten satte 100 MBit/s.

Viele sollten jedoch wissen, dass bereits ~30 MBit/s für 1080p Videos ausreichen sollte. Einige Foren und Internetseiten behaupten sogar bei einer bestimmten Kompression  bereits 10 MBit/s ausreichen. Jedoch sollte man nicht immer darauf hoffen, dass jede Webseite ihre 1080p Videos so komprimiert, hierbei ist YouTube ein gutes Beispiel welche die Videos in 1080p so komprimiert, dass sie flüssig mit 6 MBit/s laufen. Auch in Zukunft wo man mit gerade mit 4k (Ultra HD) experimentiert würde ich von 40 MBit/s bis 120 MBit/s tippen. Laut Kabel BW / Unitymedia jedoch könnte man aber auch die Leitungen bis zu 400 MBit/s technisch erhöhen, weshalb diese Kabelanbieter selbst noch in geraumer Zeit keine großartigen Schwierigkeiten mit geringer Bandbreite bekommen sollten. Lediglich die Leute die größere Daten schneller downloaden wollen, werden an die Grenzen der Leitungen gehen. Doch auch hier sei gewarnt, schnellere Leitung heißt nicht gleich schneller download. Einige Webseiten liefern nun mal nicht mehr Geschwindigkeit, Tauschbörsen hängen von den aktiven Paketen und Leitungen der anderen ab und bei Sharehostern ist das ja alles nur eine Frage eines Premiumaccounts.

Warum aber der Pinke Riese es wie in meinem Wohngebiet mit einer akzeptablen Einwohnerdichte nicht schneller als 140Kb/s (=1,12MBit/s) schafft bleibt für mich ein Rätsel. Zahlende Kundschaft dachte ich wäre immer ein Grund genug um auszubauen. Zur gleichen Zeit am gleichen Ort schafft es bei mir Kabel BW ohne Probleme echte 100 MBit/s zu liefern. Selbst preislich haben die Leute von der Telekom noch nichts von dem Wort „Konkurrenz“ gehört, denn 16 MBit/s Download und Telefonflatrate bei der Telekom kosten aktuell im Call&Surf Comfort Plus 44,95€ monatlich. Bei Kabel BW hingegen fängt der kleinste Doppelflatrate-Tarif mit 10 MBit/s bei 20,-€ monatlich an und endet mit 100 MBit/s Download für 45,-€ monatlich. Dabei sind die 100 MBit/s bei Kabel BW etwas mehr als 5-mal der Downloadgeschwindigkeit  gegenüber dem 16 MBit/s Tarif der Telekom zum fast gleichem Preis.

Was die Kabel- und Stromnetzanbieter in der Vergangenheit hin bekommen haben zahlt sich nun für diese aus, während die Telefonnetzanbieter selbst bei starken Ausbau noch einige Zeit investieren müssen, könnte dies nun sehr gefährlich (mit ein paar Ausnahmen) für die Telefonnetzanbieter werden. Lediglich ist mir nur Kabel Deutschland als einziger Kabelanbieter bekannt, der Datendrosselung vornimmt, jedoch auch nur dann, wenn ein gewissen Verbrauch von Datenvolumen wegen Filesharing vorliegt. Gerüchten zu Folge sollte nun neben der Telekom auch Vodafone an einer Datendrosselung interessiert sein. Wie sich das ganze aber noch entwickelt bleibt nur abzuwarten, eins ist jedoch klar: Datendrosselung schädigt ungemein die Netzneutralität und in Deutschland wird das Thema Digitale Kluft erneut zur Diskussion heraus geholt.

2 Antworten auf “Das begrenzte Internet – Datenvolumen führen in die falsche Richtung”

  1. […] für euch der beliebteste Artikel “Wo bleiben die witzigen Spiele?“, gefolgt von “Das begrenzte Internet” und dem Test vom Sony […]

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  2. […] in der Zukunft noch entwickeln wird. Bei mehr Interesse zu diesem Thema, könnt ihr ja einen alten Eintrag in meinen Blog […]

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